Ausbildung zur*m Trainer*in für konstruktive Konfliktbearbeitung (ATCC)
Politische und beziehungsorientierte Bildungsarbeit für gesellschaftlichen Wandel
Januar 2027 – November 2028
Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit e.V. – Friedenskreis Halle e.V. – ATCC-Konfliktbearbeitung e.V.
Politisch – Demokratie braucht den Konflikt
„Demokratie braucht den Konflikt, nicht den Kompromiss um jeden Preis.“ (Ernst Bloch)
Wir verstehen Politik als einen Raum, in dem Menschen in ihrer Verschiedenheit handelnd miteinander in Beziehung treten und gemeinsam ihre Welt gestalten. Für uns ist Politik kein Herrschaftsverhältnis und keine von oben nach unten gerichtete Gewaltausübung. Politisches Handeln ist nach ATCC machtvoll: Es ist verbunden mit Verantwortung, die wir übernehmen, mit Vertrauen, das wir aufbauen, und mit Dialogen, die immer wieder dazu beitragen, Konflikte zu bearbeiten.
Ein erster Schritt zu gesellschaftlicher Entwicklung ist die Anerkennung der Komplexität der Probleme. Nicht Vereinfachungen – also extreme Positionen – bringen die Menschheit voran, sondern gewaltfreie Formen politischer Auseinandersetzung und Lernfelder konstruktiver Konfliktbearbeitung, die nicht auf schnelle und einfache „Lösungen“ setzen.
Beziehungsorientiert – allein wird sich nichts ändern
„Die Welt liegt zwischen den Menschen.“ (Hannah Arendt)
Wir gehen davon aus, dass wir Menschen Beziehungswesen sind. Wir brauchen einander. In unseren derzeitigen Herrschafts- und Nutzungsverhältnissen ist jedoch die Entfremdung angelegt. Sie zu überwinden bedeutet, sich mit sich selbst und mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen und zu verbinden. Es geht darum, Themen, die uns alle beschäftigen – etwa Umweltzerstörung, Militarisierung und Ungerechtigkeit – in Beziehung zu uns selbst zu bringen. Trainingsarbeit in unserem Sinne ist damit ein Prozess vom Ich zum Du, vom Wir zur Welt. Dadurch werden Methoden zu einem lebendigen Lernfeld unserer Bezogenheit und Beziehungsfähigkeit.
Bildung – zur Entfaltung und Gesellschaftsgestaltung
„Bildung ist niemals neutral. Sie ist immer politisch.“ (Paolo Freire)
Bildung ist für uns ein Prozess der Bewusstwerdung und Befreiung. Menschen werden darin bestärkt, ihre Realität und die Strukturen, in denen sie leben, aktiv zu gestalten und zu verändern. Dafür arbeiten wir mit dem kreativen Schatz, den wir uns in Jahrzehnten der Bildungsarbeit angeeignet und den wir weiterentwickelt haben. Dazu gehören u.a. Theater, Rollenspiel, Poesie, biografisches Arbeiten, gestalterischer Ausdruck, Spiele und selbst entwickelte Übungen, in denen Grundthemen erkannt und vertieft werden können. Trainer*innen sind in diesem Prozess zugleich Lehrende und Lernende.
Ausbildung
Diese berufsbegleitende Ausbildung befähigt die Teilnehmenden dazu, Workshops, Seminare und Grundkurse zur ATCC-Konfliktbearbeitung, zu transkulturellem Lernen und zu gesellschaftlichem Wandel durchzuführen. Sie ist vor allem eine pädagogische Ausbildung. Besonders geeignet ist sie für Menschen, die Freude daran haben, in einen gemeinsamen, dialogischen Lernprozess zu gehen und als Person mit ihren Kompetenzen sichtbar zu werden. Die Arbeitsfelder sind vielfältig: als Lehrkraft, Erziehende in der Kinder- und Jugendarbeit, freiberufliche Erwachsenenbildner*innen, pädagogische Leitung, Personalentwickler*in, im Freiwilligendienst, als Sozialarbeiter*innen, in der Gewerkschaftsarbeit, als Campaigner*in in NGOs, in politischen Gruppen oder als Hochschuldozent*innen.
Zertifizierung
Die Ausbildung wird durch den Dachverband ATCC-Konfliktbearbeitung – Verbund der Trainer*innen und Berater*innen e.V., zertifiziert. Sie ist als Aufbaukurs von der AGDF anerkannt. Fragen Sie gerne nach den Kriterien; wir senden sie Ihnen zu.
Der Aufbau des Kurses
Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert aufgebaut. Die Teilnehmenden erhalten praktische Anleitung und Materialien für drei grundlegende Seminare oder Kurse zu personalen, strukturellen und kulturellen Konfliktthemen. Diese Seminare sollen während der Ausbildungszeit durchgeführt werden. Die Ausbilder*innen unterstützen und begleiten die Teilnehmer*innen dabei, diese Seminare an ihren jeweiligen Kontext anzupassen. Auch darüber hinaus sind die einzelnen Ausbildungseinheiten so aufgebaut, dass zur jeweiligen Theorie immer Methoden an die Hand gegeben werden, um eine zügige Anwendung in der Praxis zu unterstützen, die dann wiederum in der begleitenden Online-Supervision und Intervision einen Raum der Reflektion bekommen kann.
Ausbilder*innen
Karl-Heinz Bittl-Weiler
Ich bin Diplom-Sozialpädagoge, Berater, Trainer, Coach, Supervisor (EASC) und freiberuflich tätig. Seit 1978 arbeite ich in unterschiedlichen Feldern der Konfliktbearbeitung und des transkulturellen Lernens. Den A.T.C.C.-Ansatz habe ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis heraus entwickelt. Die erste Trainer*innenausbildung mit diesem Ansatz begann 1995. Seitdem hat sich die Struktur der Ausbildung immer wieder an die Bedarfe angepasst, die Menschen in ihrer Arbeit haben. Ich freue mich über diese kontinuierliche Entwicklung.
Mehr unter https://fit-for-conflict.de/
Karen Johne
Ich bin Politologin, Trainerin, Coach/Supervisorin (DGSv) und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Seit 2005 arbeite ich freiberuflich mit Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen im In- und Ausland. Der A.T.C.C.-Ansatz bildet dabei für mich die Grundlage, um in den verschiedensten Konfliktlagen leidenschaftlich und professionell zu arbeiten. Mehr unter https://www.karenjohne.de
Veranstalter:
Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit e.V. (FBF
Kooperationspartner: A.T.C.C.-Konfliktbearbeitung e.V. Friedenskreis Halle e.V.; gefördert aus Mitteln zur konstruktiven Konfliktbearbeitung der Evangelischen Kirche in Deutschland
Anmeldung:
Verbindlich angemeldet ist, wer den Anmeldebogen bis zum 1.8.2024 ausgefüllt an die angegebene Adresse geschickt hat und eine Anzahlung von 350.-€ auf das Konto des FBF, Postbank Nürnberg, IBAN: DE43 5206 0410 0003 5003 49, BIC: GENODEF1EK1 überwiesen hat.
Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit e.V. (FBF)
Hessestr.4, 90443 Nürnberg
0911-288500, bittl@fbf-nuernberg.de,
Ort:
Drei Seminare finden im Tagungshaus der Kommune Niederkaufungen in der Nähe von Kassel statt. Die anderen Seminare finden im Wechsel in Berlin oder Nürnberg statt. Die Gruppenseminare werden gemeinsam mit Teilnehmer*innen aus unseren anderen Ausbildungsgruppen durchgeführt.
Zeiten:
Die Seminare beginnen am Mittwoch um 18:00 Uhr und enden am Samstag um 16:30 Uhr. Die Gruppenprozessseminare beginnen am Dienstag um 18:00 Uhr und enden am Samstag um 12:00 Uhr.
Orientierungsabende und -seminare finden sie auf: https://fit-for-conflict.de/ und
Kosten:
Die Ausbildung kostet 5.400 € für Menschen mit geringem Einkommen und 6.900 € für Menschen mit regulärem Einkommen (d.h. für Teilnehmende, die die Ausbildung steuerlich absetzen können). Der Betrag kann in Raten gezahl werden.
Hinzu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung für die drei Seminare in Niederkaufungen (190 € für das Abschlussseminar, 250 € je Gruppenseminar). Die Übernachtung erfolgt in Mehrbettzimmern. Die Verpflegung besteht aus Vollwertkost. Bei den anderen Seminaren sorgt jede*r für sich.
Bitte scheuen Sie sich nicht, mit uns über Geld zu reden. Am fehlenden Geld soll Ihre Ausbildung nicht scheitern. Es gibt auch Möglichkeiten, über regionale Bildungsprämien einen Zuschuss zu erhalten. Die Zahlung ist auch in Raten möglich. Eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten finden Sie auch auf unserer Website:
https://a-t-c-c.org/ausbildungen/#toggle-id-7.
Wir bieten einen Soli-Platz für Menschen mit Fluchtgeschichte an; für sie kann der Ausbildungsbetrag unter bestimmten Bedingungen erlassen werden. Bitte erfragen Sie die notwendigen Informationen bei uns und melden Sie sich bei uns.
Information:
Fränkisches Bildungswerk für Friedensarbeit e.V.
Karl-Heinz Bittl, 0911-6996294, mobil: 0173-8063071
bittl@fbf-nuernberg.de, https://conflict-transformation.de/
Die Termine: Durch eine Neugestaltung des Kurses, wechseln wir die Durchführungsorte. Sie liegen augenblicklich noch nicht sicher fest.
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Zeitraum |
Ort |
Thema |
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27.–30.01.2027 |
Nürnberg |
Einführung, Kennenlernen, Grundlagen ATCC: die personale Ebene von Konflikten |
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03.–06.03.2027 |
Leipzig, (geplant) |
Strukturelle Themen in einem Seminar: Raum, Zeit, Zugehörigkeit, Macht, Güter und Rollen |
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27.04.–01.05.2027 |
Niederkaufungen bei Kassel |
Arbeiten mit Gruppenprozessen und -dynamiken |
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23.–26.06.2027 |
Berlin |
Transkultureller Umgang mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten
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06.–09.10.2027 |
Nürnberg |
Werte in der Bildungsarbeit – Wie mit Dilemmata umgehen? |
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26.–29.01.2028 |
Berlin |
Bildungsarbeit im öffentlichen Raum: Aktionstrainings, unsichtbares Theater usw. |
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22.-25.März 2028 |
Leipzig |
Beziehungen, Liebe und Sexualität als Bildungsthema |
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09.–13.05.2028 |
Niederkaufungen |
Macht und Leitung, Arbeiten an Gruppenprozessen und Umgang mit Dynamiken von Gruppen |
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28.06.–01.07.2028 |
Nürnberg |
Team-Bildung – Trainingselemente |
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27.–30.09.2028 |
Niederkaufungen |
Themen am Ende von Prozessen, biografisches Arbeiten, Abschluss |